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Herzliche Einladung zur Sonntagsmatinée
Sonntag 22.06.08 um
11.15 Uhr
Bürgerhaus
Wiltingen Brückenstraße
„Literatur und Musik
Persönlichkeiten zwischen Mosel
und Saar“
Dr. Hildegard Müller / Universität
Trier:
Michel Ney (1769 – 1815) – Napoléons tapferster General
Begrüßung: Lothar Rommelfanger /
Ortsbürgermeister
Musikalische Umrahmung:
Reza Solimani
Klassische spanische Gitarre
/ Flamenco
Eintritt frei!
Mit freundlicher Unterstützung der
Malerfirma Schwebach / Irsch
Michel Ney (1769 – 1815) – Napoléons tapferster General
Michel Ney wurde 1769 als Sohn eines Küfers in Saarlouis geboren.
Saarlouis war damals die einzige französische Festung an der mittleren
Saar. Aufgrund seiner Zweisprachigkeit avancierte Ney zum Schreiber an
der Dillinger Hütte. Mit 19 trat er in die königliche Armee in Metz ein,
in das angesehene Husarenregiment Colonel-Général. Aufgrund seines
draufgängerischen Wesens stieg er rasch zum Divisionsgeneral auf und
gewann nach der französischen Revolution 1789 das Vertrauen Napoléons.
1802 heiratete Ney durch Vermittlung von Josephine Bonaparte, der Frau
Napoléons, eine Französin, die ihm vier Söhne gebar. 1804 ernannte ihn
Napoléon wegen seiner Verdienste zum Marschall von Frankreich.
1806 gewannen die französischen Truppen die Schlacht bei Jena und
Auerstedt gegen die Preußen, woran Ney maßgeblich Anteil hatte.
1808 ernannte ihn Napoléon daher zum Fürst von der Moskwa und
nannte ihn „le brave de la brave“ – der Tapferste der Tapferen“.
Obwohl Ney mehrfach vor dem Russlandfeldzug warnte, machte er ihn in
verantwortlicher Position mit, deckte den Rückzug der kaiserlichen Armee
und verließ als letzter Mann der „Grande Armee“ russischen Boden.
1814 wurde der 1. Pariser Friede geschlossen: die Bourbonen kehrten
zurück, Napoléon ging ins Exil nach Elba und Ney wurde von ihm zum
Treue-Eid auch gegenüber den neuen Herrschern aufgefordert. Dies brachte
ihm die Ernennung zum Pair von Frankreich ein.
Nach Napoléons Rückkehr aus Elba 1815 schloss sich Ney diesem erneut an.
Napoléon sandte ihn in den Nordosten des Landes, um die dortigen
Grenzbefestigungen zu inspizieren. Bei dieser Gelegenheit besuchte er
zum letzten Mal Saarlouis und Saarbrücken.
In der Schlacht bei Waterloo (Juni 1815) führte er erneut die
kaiserlichen Truppen. Als er deren drohende Niederlage erkannte, suchte
er vergeblich den Tod in der Schlacht.
Im August 1815 wurde er von den zurückgekehrten Bourbonen verhaftet und
wegen Verrats an der französischen Nation zum Tode verurteilt. Am 7.
Dezember 1815 fand im Garten des Palais Luxembourgs in Paris seine
Hinrichtung statt. 1848 wurde er vom französischen Staat rehabilitiert
und man errichtete ihm 1853 in Paris ein Denkmal, ebenso 1860 in Metz.
In Saarlouis erinnert heute in seinem Geburtshaus ein Museum an ihn,
ebenso ein Denkmal. Zahlreiche Nachfahren Neys finden sich heute im
Saarland und ebenso in Wiltingen und Umgebung.
Dr. H. Müller
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